Ausbildungsstätte

Maschinistenausbildung für den Landkreis Cham, Fortbildung im Bereich Brandschutz und Technische Hilfeleistung.

Funktion und Leitung

In der Ausbildungsstätte werden Unterrichtseinheiten des standortbezogenen Lehrgangs "Maschinisten für Tragkraftspritzen und Löschfahrzeuge" für Einsatzkräfte im Landkreis Cham abgehalten. Die Möglichkeiten im Bereich der Maschinistenausbildung entsprechen hierfür im wesentlichen denen einer staatlichen Feuerwehrschule. Weiterhin ist auf Anfrage eine Aus- und Fortbildung von Feuerwehrdienstleistenden in den Bereichen vorbeugender und abwehrender Brandschutz sowie in der Technischen Hilfeleistung möglich.

Leiter Ausbildungsstätte: fachbezogener KBM Richard Richter (Fl. Cham 1/5)

 

Ausbildungsmöglichkeiten

Im Erdgeschoss und den beiden Fahrzeughallen werden die praktischen Schulungen und Ausbildungen durchgeführt. Im Obergeschoss können in einem großen Lehrsaal die theoretischen Unterrichtseinheiten stattfinden sowie Schulungen und Besprechungen abgehalten werden. Das Zentrallager im Untergeschoss dient zur Vorhaltung von Lehrmitteln für die praktische Ausbildung.

Die Freiflächen rund um das Feuerwehrzentrum bieten Übungsmöglichkeiten sowie großzügige Aufstell- und Parkmöglichkeiten für die Feuerwehrfahrzeuge und die Lehrgangsteilnehmer.

Die Ausbildungsmöglichkeiten decken die folgende Bereiche ab:

Saugbrunnenanlage

Grundsätzlicher Aufbau der AnlageDie Anlage besteht aus drei Tiefbrunnen mit fester Verrohrung und angeschlossenen Saugkörben. Zwei der Brunnen reichen vier Meter tief, ein Brunnen bis in eine Tiefe von 7,5 m. Das geförderte Wasser durchläuft nach der Pumpe ein Durchfluss-Messgerät und wird dann über ein Rohrsystem mit angeschlossenem Druckvernichter wieder zurück in die Brunnen gefördert.

Durch die Tiefbrunnen kann das Ansaugverhalten der Feuerlösch-Kreiselpumpen und der Entlüftungsvorgang anschaulich nähergebracht werden. Mit Hilfe der Brunnen lassen sich weiterhin die Grenzen des physikalisch bedingten Saugvorganges ausloten und dadurch die theoretische von der praktischen Saughöhe unterscheiden.

 

Wasserentnahmestellen

Ausbildung an einer SaugstelleEin wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Üben der Maschinisten an den verschiedenen Wasserentnahmestellen, welche im Einsatzfall auftreten können. Die verschiedenen Entnahmestellen sind hierfür im Außenbereich angeordnet und ermöglichen eine praktische Ausbildung mehrerer Gruppen im Rahmen des Lehrgangs.

Neben der Wasserentnahme aus offenen Gewässern durch mehrere vorhandene Saugstellen sind außerdem verschiedene Oberflurhydranten (mit und ohne Fallmantel) sowie ein Unterflurhydrant vorhanden.

 

Schulungsschnittmodelle

Modell einer FeuerlöschkreiselpumpeZur Veranschaulichung der theoretischen Ausbildungsinhalte an konkreten Beispielen sind im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Schnittmodellen nahezu aller Feuerwehrgerätschaften entstanden. Zur Verfügung stehen dabei unter anderem:

  • Feuerlöschkreiselpumpen verschiedener Hersteller
  • Entlüftungseinrichtung für Feuerlöschkreiselpumpen
  • Tauchmotorpumpe TP 4/1
  • Motorkettensäge
  • Diverse Amaturen (Strahlrohre, Mittelschaumrohr etc.)
  • etc. ...

 

Für die Aus- und Weiterbildung der Maschinisten ist der fachbezogene Kreisbrandmeister Richard Richter zuständig. Ihm stehen Ausbilder aus der Feuerwehr Bad Kötzting und den verschiedenen Inspektionsbereichen zur Seite.

Anmeldung: Lehrgangstermine befinden sich auf der Homepage des KFV Cham, die Anmeldung zum Lehrgang erfolgt durch die jeweiligen Kommandanten beim zuständigen KBM

Steigleitungen

Drehbare EntnahmevorrichtungDie in Gebäuden fest verbauten Steigleitungen sind wichtige Elemente des vorbeugenden Brandschutzes und je nach Gefährdung eines Objekts (Art und Nutzung) verbaut. Dabei sind zwei verschiedene Systeme zu unterscheiden. Dies sind zum einen Steigleitungen "nass" bzw. "nass/trocken" und zum anderen Steigleitungen "trocken".

In der Ausbildungsstätte sind beide Systeme für Übungszwecke und als baulicher Brandschutz vorhanden. Als Steigleitung "nass" wird ein Wandhydrant Typ F verwendet. Als Beispiel einer trockenen Steigleitung ist eine Einspeisevorrichtung an der Außenmauer mit Entnahmevorrichtung in der Ausbildungshalle verbaut.

Anmeldung: Ausbildung nach vorheriger Anfrage möglich.

 

Schulungsbrandmeldeanlage

In der Ausbildungsstätte ist zu Schulungszwecken und zum Schutz des Feuerwehrzentrums eine voll funktionsfähige Brandmeldeanlage mit FSD und BMZ installiert. In jedem Stockwerk sind hierfür Melder installiert, welche entsprechend ausgelöst werden können. Über ein Feuerwehrbedienfeld (FBF) und ein Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT) kann dann der betreffende Melder detektiert werden und mittels der Laufkarten vom vorgehenden Trupp kontrolliert werden.

Anmeldung: Ausbildung nach vorheriger Anfrage möglich.

 

Schaumtrainer

Ausbildung am SchaumtrainerDa die Übung mit Schaummittel bislang mit hohem Aufwand verbunden und teils umweltbelastend war, wurde von der Versicherungskammer Bayern ein Schaumtrainer entwickelt und bayernweit jeder Landkreis ausgestattet. Dieser simuliert in miniaturisierter Form Flüssigkeitsbrände und ermöglicht dadurch eine umfangreiche Ausbildung im Bereich Löschschaum.

Das Gerät wurde vom Landkreis Cham in der Ausbildungsstätte Bad Kötzting stationiert und steht landkreisweit für Schulungsveranstaltungen zur Verfügung. Zu diesem Zweck wird der Schaumtrainer im Lehrmittellager transportbereit vorgehalten. Verantwortlich für Ausbildung ist ein Ausbilderteam um Fach-KBM Richard Richter aus Feuerwehren des gesamten Landkreis Cham.

Anmeldung: Lehrgangstermine und Anmeldeformulare befinden sich auf der Homepage des KFV Cham

Gruben- und Tiefbauunfälle

Ausbildung in der TiefbaugrubeDurch eine Tiefbaugrube im Erdgeschoss der Fahrzeughalle können Einsatzmaßnahmen bei Gruben- und Tiefbauunfällen geübt werden, bei denen Personen verschüttet oder unter Gegenständen eingeklemmt wurden. Die Übungsmöglichkeiten erstrecken sich dabei über das richtige Abstützten der Baugrube bis hin zur Befreiung von Personen aus Zwangslagen durch hydraulische, pneumatische oder mechanische Rettungsgeräte.

Anmeldung: Ausbildung nach vorheriger Anfrage möglich.

 

Schachtrettung

Durch eine verschließbare Schachtverbindung ins Kellergeschoss kann die Rettung von verunfallten Personen aus Schächten und Kellern unter Verwendung von Auf- und Abseilgeräten oder anderen Hilfsmitteln geübt werden.

Anmeldung: Ausbildung nach vorheriger Anfrage möglich.

 

Greifzugschulungen

Durch verschiedene Anschlagpunkte in der Fahrzeughalle kann das Sichern, Ablassen und Bergen von Fahrzeugen und Objekten mit Hilfe von Zugeinrichtungen im Rahmen der technischen Hilfeleistung geübt werden.

Anmeldung: Ausbildung nach vorheriger Anfrage möglich.

Geschichte

Die Absolventen des 1. Lehrgangs im Jahr 1993Durch Ausbildungsengpässe an den Feuerwehrschulen wurden einige Bereiche, u.a. auch die Maschinistenausbildung, teilweise auf Standort- bzw. Kreisebene verlagert. Im Jahr 1993 gab der damalige Kötztinger Kreisbrandinspektor Michael Wensauer die Anregung zu einer standortbezogenen Maschinistenausbildung im Landkreis Cham und fand nicht zuletzt in der Feuerwehr Kötzting Mitstreiter, welche dieses Ansinnen umsetzten. Seitdem werden jährlich zwei Maschinistenlehrgänge angeboten (Frühjahr- und Herbstlehrgang) in denen pro Lehrgang rund 40 neue Maschinisten ausgebildet werden können. Obligatorisch für jeden Maschinistenlehrgang ist seit der Einführung der Standortausbildung der Besuch bei der Feuerwehr Kötzting. Der Hauptausbildungsort bei einer gastgebenden Feuerwehr wechselt hingegen turnusgemäß zwischen den fünf Inspektionen des Landkreises.Arbeitskreis für den Ausbilderleitfaden Maschinist in Bayern im Jahr 1997

Das Bayerische Ministerium des Inneren veröffentlicht 1997 den „Ausbilderleitfaden für die Feuerwehren Bayerns - Maschinist für Löschfahrzeuge und Tragkraftspritzen“. In dem hierfür geründeten Arbeitskreis war mit Richard Richter auch ein Mitglied der Feuerwehr Kötzting vertreten. Der Leitfaden, welcher 2003 aktualisiert wurde, stellt die Ausbildungsgrundlage für die Feuerwehren in Bayern dar. In diese ist unter anderem geregelt, dass eine Standortausbildung durch einen „Ausbilder für Maschinist“ geleitet werden muss und die entsprechenden Geräte und Lehrmittel am Standort zur Verfügung stehen müssen.

Bereits Ende der 90er wurden auch erste Planungen zur Verbesserung der Standortausbildung aufgenommen. Im Jahr 2006 konnte dann mit Unterstützung durch die Regierung der Oberpfalz, der Stadt Bad Kötzting und durch eine Kooperation mit der Feuerwehrregion Pilsen ein Erweiterungsbau errichtet werden.Absolventen des Herbstlehrgang 2007 in der neuen Ausbildungsstätte Die hierbei entstandene Ausbildungsstätte verbessert die Maschinistenausbildung im Landkreis Cham deutlich. Erstmalig im Inspektionsbereich Bad Kötzting wurde hierbei auch mit dem Nachbarland kooperiert. Durch diese Zusammenarbeit trägt die Ausbildungsstätte deshalb den Namen „Grenzüberschreitende Feuerwehrausbildungs-und Kommunikationsstätte“.

Im Herbst 2015 fand in diesem Rahmen der 50. Lehrgang seit Einführung der Standortausbildung statt. Beim Frühjahrslehrgang 2016 in Roding wurde die Marke von 2000 Lehrgangsteilnehmern seit der Einführung erreicht.