Übung Stromausfall Stadtgebiet

17.10.2025
Feuerwehr Übung
Übung zum Stromausfall- und Hochwasserkonzept der Stadt Bad Kötzting

Die Gefahr von Stromausfällen, ungeachtet deren Länge, brächte Einschränkungen für die Kommunikation, die Gesundheitsversorgung, die Mobilität und die Lebensmittelversorgung für die Bevölkerung mit sich. Die Stadt Bad Kötzting hat sich darauf durch Erstellen eines entsprechenden Notfallplanes im Zusammenhang mit der Ausstattung von entsprechenden Stromerzeugern gut vorbereitet.

Um diesen Plan realitätsnah üben zu können hatte Kreisbrandmeister Florian Heigl am vergangenen Freitag eine größere Übung geplant die zwei Inhalte hatte. Einmal sollte das Hochwasserkonzept der Stadt der Stadt beübt werden und zudem wurde eine Lage eingespielt bei der im Kernbereich von Bad Kötzting ein größerer Stromausfall vorliegt. Ausgegangen wurde dabei dass seit Tagen ein langanhaltender Dauerregen den Pegel kontinuierlich ansteigen lässt und gegen 22 Uhr die Meldestufe 3 überschritten wird. Zudem war um etwa 16.45 Uhr in die Übungsszenario ein großflächiger Stromausfall im Kerngebiet von Bad Kötzting zu verzeichnen. Von Seiten des Energieversorgers war keine Information über dessen Dauer abrufbar und auch der Kontakt ins Landratsamt als Katastrophenschutzbehörde war dadurch nicht mehr möglich.

Zu Stromausfällen sagt etwa Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) dass unsere Gesellschaft ist in nahezu allen Bereichen von einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung abhängig ist. Ein langandauernder und großflächiger Stromausfall würde alle Kritischen Infrastrukturen (kurz: KRITIS) betreffen. Besonders schwerwiegend wären Ausfälle in der Informations- und Telekommunikation, Versorgungsausfälle bei der Wasser- und Abwasserversorgung sowie im Lebensmittelbereich. Auch die Krankenversorgung und die Gefahrenabwehr mit essentieller Bedeutung für die Gesellschaft wären massiv betroffen.

Von Seiten der Berufsfeuerwehren wird von sechs Phasen des Stromausfalls und seiner Folgen gesprochen wobei etwa in den ersten zehn Minuten es noch relativ sei. Es gibt erste Meldungen und Nachfragen von Privatpersonen und Institutionen, die darauf hinweisen, dass es ein Problem gibt. Auch kommt es zu ersten Einschränkungen bei der öffentlichen Telekommunikation, weil das Mobilfunk- und Festnetz in Teilen ausfällt. Das bedeutet auch, dass die Kommunikation zwischen den Einrichtungen, die sich um die Gefahrenabwehr kümmern (Polizei, Feuerwehr etc.) gestört ist. Aus steckengebliebenen Fahrstühlen kommen erste Hilferufe.

2023 mussten Haushalte in Deutschland im Durchschnitt knapp 13 Minuten ohne Strom auskommen. In der Regel werden Stromausfälle innerhalb weniger Stunden behoben. In Notsituationen, insbesondere wenn Stromleitungen nach einem Unwetter beschädigt wurden, kann es auch Tage dauern, bis der Strom wieder verfügbar ist.

Der Notfallplan der Stadt Bad Kötzting sieht zu einem Stromausfall vor, dass sich der personell vordefinierte Krisenstab, geleitet von Bürgermeister Markus Hofmann, unaufgefordert nach 30 Minuten ab Beginn Stromausfall im Feuerwehrzentrum Bad Kötzting trifft.

Die Kommandanten bzw. deren Stellvertreter der neun städtischen Feuerwehren finden sich spätestens nach 60 Minuten dort zur ersten Lagebesprechung ein. Spätestens nach 120 Minuten werden durch die Feuerwehren die beiden Leuchttürme beim Rathaus Bad Kötzting und der Turnhalle Alte Kaserne, die Notunterkunft Alte Kaserne sowie die fünf Notfallmeldestellen in den Feuerwehrhäusern Arndorf, Bad Kötzting, Liebenstein, Traidersdorf, Wettzell in Betrieb genommen.

Leuchttürme sind notstromversorgte Gebäude, die Hilfesuchenden als Orientierungspunkte und Anlaufstellen bei einem Stromausfall dienen sollen. Neben dieser Hauptaufgabe können diese auch

die Koordination von Hilfeersuchen und Hilfsangeboten, kleinere Erste Hilfe-Maßnahmen, Informationsvermittlung übernehmen oder Lademöglichkeit für Mobiltelefone sein. Das Konzept als auch Handlungsempfehlungen zum Verhalten bei Stromausfall sind auf der Internetseite der Stadt Bad Kötzting nachlesbar.

Für den Bereich Hochwasserschutz war in die Übung eine Einheit des Heimatschutzkommandos Bayern, die bei einer Reservistenübung in Grafenwiesen tätig war, eingebunden. Diese hatten bereits am Nachmittag im Bauhof der Stadt Bad Kötzting Sandsäcke gefüllt, wie Florian Heigl bei der Information an die Kommandanten gegen 17.45 Uhr übermittelte. Anhand von Bildern, etwa vom Hochwasser 2002, erläuterte er den Kommandanten dann die Aufgaben, die etwa mit dem Einbau von Barrieren in die Hochwasserschutzmauer oder auch dem Auspumpen von Kanalschächten, deren Einlauf in den Weißen Regen führt, zu übernehmen wären.

Im Bereich Stromausfall wurden die Feuerwehr angewiesen, dass etwa ab 18 Uhr die Leuchttürme in Betrieb zu nehmen sind und die betreffenden Stellen auszuleuchten sind. Durch den Transport von Stromerzeugern wurde sichergestellt, dass etwa die Wasserversorgung an den Hochbehältern im Stadtgebiet sichergestellt ist. Eingespielt wurden in den Übungsablauf auch kleinere Szenarien wie sie etwa bei Hochwassersituationen vorkommen könne, so die Rettung einer Person aus dem Weißen Regen.

Bei der Abschlußbesprechung wurden von den eingebundenen Feuerwehren Verbesserungs – und Anpassungsvorschläge übermittelt, die, so Kreisbrandmeister Florian Heigl, in das Konzept eingepflegt werden.