Der Schlauchwagenzug

Funktion und Leitung

Der Schlauchwagenzug ist eine Einheit des Katastrophenschutzes und eine Sondereinheit der Inspektion Bad Kötzting. Der Zug besteht aus aktiven Mitgliedern der beteiligten Feuerwehren Bad Kötzting, Gotzendorf, Oberndorf und Sperlhammer. Bei festgelegten Alarmstufen oder einer Nachforderung erfolgt die Alarmierung des Zuges über eine eigene Alarmschleife.

 

Zugführer:

Florian Heigl

stv. Zugführer:

Christian Wiesinger

Michael Weiß

Schriftführer

Michael Weiß

Aufgabenverteilung und beteiligte Fahrzeuge

Die eingeplanten Kräfte des SW-KatS-Zuges sind für den selbständigen Aufbau und den Betrieb einer Förderleitung von 2000 m Länge ausgelegt. Diese lässt sich durch den SW-Zug innerhalb von 20-25 Minuten errichten und betreiben. Hierfür sind vier Fahrzeuge mit Verstärkerpumpen (davon drei TS) sowie eine Pumpe als Ausfallreserve eingeplant. Neben dem SW-KatS als Kernfahrzeug ist zudem ein Führungsfahrzeug zur Koordination und Leitung des Zuges sowie ein Fahrzeug für Reservematerial vorgesehen. Die Aufgabenverteilung der beteiligten Fahrzeuge gliedert sich wie folgt:

ELW 1

Florian Kötzting 12/1

LF 16/12

Florian Kötzting 41/1

SW-KatS

Florian Kötzting 58/1

GW-L1

Florian Kötzting 55/1

Führungsfahrzeug

Streckenberechnung

Festlegen Pumpenstandorte

Verstärkerpumpe

Wasserentnahme

Personalverstärkung

Verlegung Schlauchleitung

Kennzeichnung der Leitung

Aufbau Faltbehälter

Reservematerial

Rücktransport

Einsatz in schwerem Gelände

TSF

Florian Gotzendorf 44/1

TSF

Fl. Sperlhammer 44/1

TSF

Florian Oberndorf 44/1

ATV

Florian Kötzting 17/1

Verstärkerpumpe

Wasserentnahme

 

Verstärkerpumpe

Wasserentnahme

 

Verstärkerpumpe

Wasserentnahme

 

Erkundung

Streckenkontrolle

 

Einsatzgebiet

Der Ausrückebereich umfasst derzeit im Erstalarm ab Alarmstufe B4 (z.B. Brand landwirtschaftliches Anwesen) den gesamten KBI-Bereich Bad Kötzting sowie Teile des Landkreises Regen und Straubing-Bogen. Bei einer möglichen Nachalarmierung umfasst das Einsatzgebiet auch weitere Inspektionsbereiche des Landkreis Cham.

 

Geschichte

Bereits im Jahr 1987 wurde vom Landkreis Cham ein gebrauchter Schlauchwagen SW 2000 auf einem MAN 650 Fahrgestell von der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg erworben und bei der Feuerwehr Kötzting stationiert. Dieser wurde von den Aktiven der Feuerwehr betreut und bei entsprechenden Einsatzstichwörtern besetzt.

Zehn Jahre später wurde dann vom Bund ein fabrikneuer SW 2000-Tr auf einem Iveco Fahrgestell geliefert und im Rahmen einer Neugliederung des Katastrophenschutzes eine Schlauchwagengruppe im Inspektionsbereich Kötzting gegründet. Offizieller Dienstbeginn für die Schlauchwagengruppe als Einheit des Katastrophenschutzes war der 01.07.1997. Das Personal des Zuges bestand überwiegend aus von der Wehrpflicht gem. § 9 WpflG freigestellten Helfern, welche jährlich mindestens 160 Dienststunden zu leisten hatten. Aktive der Feuerwehr Kötzting und die freigestellten Helfer besetzten den Schlauchwagen im Alarmfall sowie bei Übungen. Der SW 2000-Tr verunfallte jedoch 2009 bei einer Einsatzfahrt zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens und wurde irreparabel beschädigt. Dies machte eine Ersatzbeschaffung durch den Bund notwendig. Bei der ersten Ausschreibung wurden jedoch Probleme festgestellt, weshalb sich die Ersatzbeschaffung verzögerte.

Letztendlich konnte dann am 05.10.2015 eine Abordnung der Feuerwehr Bad Kötzting zusammen mit dem Kreisbrandinspektor einen neuen Schlauchwagen SW-KatS auf einem MAN TGM 13.250 4x4 BB Fahrgestell beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn in Empfang nehmen. Die offizielle Übergabe erfolgte am 24. Oktober 2015 in Manching im Rahmen einer Sammelübergabe durch den Bundesinnenminister und den bayerischen Innenminister.

Als neues Konzept wurde nun ein Schlauchwagen-Zug (SW-KatS-Zug) aufgestellt, der im Einsatzfall eine längere Förderleitung eigenständig errichten kann. Zu einer Mitarbeit erklärten sich die Feuerwehren Gotzendorf, Sperlhammer und Zandt bereit. Im KBI Bereich Bad Kötzting ist der SW-Zug künftig bei bestimmten Alarmstufen in die Erstalarmierung integriert, um keine unnötige Zeit durch Nachalarmierungen, etc. zu verlieren.

Zum 01.07.2018 verlässt mit der Feuerwehr Zandt eines der Gründungsmitglieder den SW-Zug um sich im Rahmen des vom Freistaat Bayern erhaltenen Gerätwagen-Hochwasser neuen Aufgaben im Katastrophenschutz zu widmen und den Hochwasser-Zug des Landkreises federführend zu betreuen. Die Aufgaben der Feuerwehr Zandt im SW-Zug werden nun von der Feuerwehr Oberndorf übernommen.

Ein landkreisweites Konzept ist derzeit in Planung.


Drei Generationen Schlauchwagen bei der Feuerwehr Bad Kötzting: SW 2000 des Landkreis Cham (links), SW 2000-Tr des Katastrophenschutzes (Mitte) und SW-KatS des Katastrophenschutzes (rechts)